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Anmerkungen zum Tragen und Pflegen der Tracht

ARGE

Empfehlungen zum Tragen der Männertracht

Der Hut ist ein wesentlicher Bestandteil der Tracht. Am Hut und an der Joppe erkennt man den Herkunftsort des Trachtenträgers.

Die Joppe, (in manchen Gebieten auch “Hemat” oder “Rock” genannt) ist ein Hauptkennzeichen der Männertracht und darf nur in bestimmten Fällen abgelegt werden.

Das Trachtenhemd (“Pfoat”) sollte aus Leinen oder Halbleinen gefertigt sein und an der Armkugel und am Bündchen gereiht sein. Modische Hemden wirken genauso befremdend wie Manschettenknöpfe.

Das Leibl soll gut sitzen (eng anliegen) und die richtige Länge und Weite haben. Kitschige Knöpfe sind zu vermeiden.

Die Hose ist je nach Tracht entweder aus Leder oder aus festem, griffigen Loden.

Der Hosenträger bestimmt wesentlich den Sitz der Hose. Er ist meist aus Borte oder manchmal auch aus Leder gefertigt. Im Bereich der Knopflöcher sollte er mit Leder verstärkt sein. Zu den Lederhosen werden Stutzen getragen. Sie sollten nach alten Mustern handgearbeitet sein.

Zu vielen Trachten werden federkielgestickte, zirmene oder mit Zinn- und Messingnägeln beschlagene Gürtel getragen. Mit Seide oder Plastikfäden bestickte, so wie mit Bleinägeln beschlagene Gürtel sind abzulehnen. Zur Tracht gehören, je nach Gebiet, eigene Trachtenschuhe. Modische Schuhe kommen nicht in Betracht.

Die beste Pflege der Tracht ist Sauberkeit und Schonung. Gutes Lüften und Trocknen an der frischen Luft wird empfohlen.

Wann trägt man Hut und Joppe?

Joppe

Die Joppe (“Hemat”, “Rock”) ist stets festlicher als die so genannten “Pfoatärmel”. In den Sommermonaten kann sie aber abgelegt werden. Besonders in den lebendigen Trachtengebieten gibt es feste Termine, wann die so genannte “Pfoatärmelzeit” beginnt, bzw. endet. Meist ist dies von Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam bis zum Rosenkranzsonntag im Oktober. Bei Beerdigungen ist die Joppe auch im Sommer zu tragen. Bei anderen würdigen Gelegenheiten, wie z.B. Ehrungen und Auszeichnungen, sollte die Joppe ebenfalls getragen werden.

Hut

Der Hut ist grundsätzlich immer zu tragen. Außer bei offiziellen Anlässen, wie z.B. Ansprachen und Ehrungen, wird der Hut in geschlossenen Räumen abgelegt. Besonders gilt dies für das Betreten von Kirchen und Friedhöfen oder bei Prozessionen und Umgängen. Musikkapellen und Schützenkompanien in Formation können die Hüte auch bei diesen Anlässen aufbehalten.

Ebenso Teil der Festtagstracht ist der Hutschmuck, “Buschn”. Abgesehen von Gebieten denen ein spezieller Hutschmuck zu Eigen ist (z.B. Federgras, oder solcher aus Gold- oder Silberdraht), wird ein natürlicher Hutschmuck verwendet. Meist besteht er aus Nelken oder Geranien, die zusammen mit etwas Grünem (Geranienblatt, Rosmarin…) auf den Hut gesteckt werden. In den Wintermonaten wird oft auf den Hutschmuck verzichtet; Mancherorts werden eigene Strohblumen oder etwas Immergrünes verwendet (z.B. Rosmarin, Asparagus…). Bei Beerdigungen wird kein frischer, blühender Hutschmuck getragen. Kunststoffblumen zeugen von Bequemlichkeit und schlechtem Geschmack.

Abzeichen und Auszeichnungen

Abzeichen werden grundsätzlich nur auf der linken Seite der Joppe getragen. Es werden nur die höchsten Abzeichen einer Kategorie getragen: Erhält man Gold, entfernt man Silber. Eigene Festabzeichen oder Jubiläumsabzeichen sollten nach dem Festtag oder dem Jubiläumsjahr abgenommen werden.

Die Pflege der Frauentracht

Mieder und gereihter Rock

  • Mieder und Rock ausgiebig lüften, ab und zu nach schadhaften Stellen untersuchen (z.B. abgetretener Rocksaum)
  • Knitterfalten im Rock, die beim Lüften – auch bei feuchter Luft – nicht verschwunden sind, kann man beim gereihten Trachtenrock linksseitig mit Dampf ausbügeln
  • Das Mieder bitte nicht bügeln. Bügeleisendruckstellen könnten z.B. von Samtbändern nie wieder weggehen
  • Mieder und Rock können nicht gewaschen werden (im Extremfall in die chemische Reinigung geben).
  • Nach dem Lüften und eventuellem Bügeln wird der Rock umgedreht, sodass das Mieder innen in den Rock hineinhängt. An den innen liegenden Schlaufen wird Rock und Mieder dann aufgehängt. Durch diese Maßnahme hängt sich das Mieder nicht aus, die Tracht braucht weniger Platz im Schrank und ist gleichzeitig geschützt.

Plisseerock

  • Im Unterschied zum gereihten Rock wird der Plisseerock nicht aufgehängt sondern flach gelagert (z.B. in einer Kommode oder einer Schachtel, die waagrecht gelagert wird).
  • Damit man an einem Plisseerock lange Freude hat, setzt man sich auf einen Teil des Rockes, der beim Aufstehen unter die Schürze fällt.

Wollschurz

  • Bei Verschmutzung in die chemische Reinigung.

Seidenschurz und Flor

  • Sollte eine Reinigung unbedingt notwendig sein, in einem handwarmen Wasserbad mit Seidenwaschmittel der mildem Haarschampoo vorsichtig bewegen, anschließend abbrausen (nicht wringen!!!) und tropfnass aufhängen.

Baumwollschurz

  • Er kann bei Bedarf vorsichtig gewaschen werden (Handwäsche). Nicht zu heiß waschen, nicht wringen, anschließend aufhängen.

Bluse

  • Sie kann bei 60° in der Waschmaschine gewaschen werden. Die Bluse in einen Wäschesack (Polsterbezug) geben, damit andere mitgewaschenen Teile mit Hafteln, Haken oder Knöpfen die Spitzen nicht beschädigen. Bei der trockenen Bluse werden die Spitzen gestärkt, nochmals getrocknet und anschließend gebügelt. Falls sie längere Zeit im Schrank bleibt, braucht sie ungebügelt weniger Platz und die Spitzen vergilben nicht.
 

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